Sinnesmaterialien

 

Die Montessori Sinnesmaterialien sind pädagogische Materialien, die die fünf Haupt-Sinne von Kindern ansprechen: Tastsinn, Geruchssinn, Sehsinn, Hören und Geschmackssinn.

Dabei kann man im weitesten Sinn eigentlich alle Montessori-Materialien als Sinnesmaterialien bezeichnen, da ganzheitliches Lernen nach Maria Montessori unter Einbezug der Sinne abläuft und Kinder sich Lerninhalte viel besser und nachhaltiger merken können, wenn sie über die Sinne lernen.

 

Sinnesmaterialien für das Fühlen

 

Der Tastsinn, der sogenannte „haptische“ Sinn, spielt in Maria Montessoris Pädagogik eine übergeordnete Rolle. Der Tastsinn ist nicht nur das zentrale „Lernorgan“ von Säuglingen, auch Kleinkinder und Schulkinder lernen leichter und mit Freude über den Tastsinn. Das Meiste, was Kinder „be-greifend“ erfahren, bleibt erwiesenermaßen länger und dauerhafter im Gedächtnis!

Montessori Sinnesmaterialien „schmeicheln“ dem Tastsinn der Kinder und vermitteln bestimmte Lerninhalte über das Fühlen – deren Oberfläche ist beispielsweise angenehm glatt oder im Gegenzug dazu manchmal auch rau, wie zum Beispiel die Sandpapierbuchstaben oder der Globus zu den Kontinenten.

 

Sinnesmaterialien für die Augen

 

Alle Montessori-Materialien sprechen im Grunde durchgehend den Sehsinn, d.h., den sogenannten „visuellen“ Sinn von Kindern an: unabhängig davon, ob es sich um mathematisches Material, Sprachmaterial etc., handelt, ist jedes Material ästhetisch gestaltet, also schön anzusehen und harmonisch in der Gestaltung z. B. durch schön geschliffenes Naturholz oder durch eine übersichtliche Farbgestaltung, die gleich „ins Auge fällt“! Den visuellen Sinn ganz direkt schulen hingegen die Montessori-Farbtäfelchen: Kinder ab 3 Jahren lernen in drei Schritten und mit drei Farbkästen zunächst die Grundfarben kennen, dann die Mischfarben und schließlich Farbnuancen: die schönen und handlichen Farbtäfelchen sind jeweils paarweise in Holzkästen mit Deckel aufbewahrt. Kinder können sie herausnehmen und wieder einordnen oder mischen und dann paarweise wieder einander zuordnen.

 

Sinnesmaterialien für die Ohren

 

Zur Schulung des Hörsinnes, also des fonetischen Sinnes, hat Maria Montessori beispielsweise die Geräuschdosen entwickelt: je eine rote und eine blaue Dose sind paarweise einander zuzuordnen. Das Kind findet die richtigen Paare anhand von Schütteln der Dosen heraus, die paarweise mit verschiedenen Materialien gefüllt sind. Jedes dieser Materialien macht beim Schütteln ein charakteristisches Geräusch. Die Geräuschdosen sind ein sehr schönes Material für Kinder ab 3 Jahren für erste „musische„ Schulung! Im Handel ist heutzutage sehr schönes musisches Material erhältlich, welches von Montessori-Pädagogen nach Prinzipien der Montessori-Pädagogik entwickelt wurde!

 

Sinnesmaterialien für die Nase

 

Abgesehen davon, dass Naturmaterial, wie Holz und natürliche Farben, welches für Montessori-Materialen grundsätzlich verwendet wird auch oft angenehm riecht, schult Maria Montessori den Geruchssinn, den sog. olifaktorischen Sinn, isoliert z. B. mit den Geruchsdosen: Dosen sind paarweise mit verschiedenen Substanzen gefüllt, die sich deutlich im Geruch unterscheiden. Durch „Er-riechen“ lassen sich die Substanzen ermitteln, benennen und paarweise einander zuordnen. Ein Material, das Kindern sehr viel Spaß macht. Die Fläschchen können immer wieder mit neuen, interessanten Substanzen befüllt werden!

 

Sinnesmaterialien für den Geschmack

 

Süß, salzig, sauer oder bitter? Dies lässt sich zum Beispiel mit den Geschmacksfläschchen toll lernen und unterscheiden! Auch der Geschmackssinn, der „gustatorische“ Sinn, wird mit Montessori-Sinnesmaterialien isoliert geschult: Die Geschmacksfläschchen sind mit Substanzen verschiedener Geschmacksrichtungen gefüllt. Durch eine Pipette lassen sich kleine Proben der Substanz entnehmen und in den Mund träufeln, durch Probieren sollen die Geschmacksrichtungen bestimmt werden.